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Send a Message

Bleiben wir heute mal in Palästina. Es geht um Faris Arouri. Er verdient sein Geld mit Graffiti: Der Palästinenser sprüht Botschaften an die Mauer, die Israel von der Westbank trennt. Im Auftrag, legal, global und sicherlich rentabel dazu. Ein jüngst veröffentlichtes Interview der Financial Times Deutschland mit Arouri beschreibt das ziemlich genau. Für 30 Euro kann man sich auf der „Send a Message“ Website seinen eigenen privaten Claim auf die Mauer sprühen lassen. Erst vor geraumer Zeit war Banksy mit seinem Werk an der Mauer in der weltweiten Presse. Hier der BBC News Bericht mit einem Banksy Telefoninterview in voller Länge:

Für mich ja immer sehr beeindruckend wieviel Rummel um den Mann gemacht wird. Doch umso besser wenn auf diese Art und Weise das Auge der Welt auf diese Mauer gerichtet wird. Doch zurück zu Arouri und sein „Send a Message“ Projekt. Die Einnahmen sollen laut Arouri in soziale Einrichtungen investiert werden. Zum Beispiel Jugendparks oder Basketball Courts für die palästinensische Jugend. Wenn dem so sei erfüllt diese Mauer doch noch seinen Zweck. Moralisch in Frage stellen will ich Heiratsanträge oder Liebeserklärungen an einer Mauer welche derartig negative politische Energie frei setzt allerdings schon. Interessant sind die Äußerungen zur Frage ob das ganze legal sei. Arouri hierzu:

„Sprayen ist auch in Israel und Palästina illegal, aber wir profitieren von einer Lücke in der Rechtsprechung. Im Westjordanland gibt es keine israelische Polizei, bloß die Armee, aber das gehört einfach nicht in deren Bereich – und die palästinensische Polizei erkennt die Mauer ja nicht mal an. Wir sprayen also an eine Mauer, die laut palästinensischer Rechtsprechung nicht existiert. Es ist paradox.“

Wie das Ganze funktioniert kann man in dem unten geposteten TV Bericht ansehen. [TWISTER]

Interview mit Arouri in der FTD: Link
„Send a Message“ Website: Link


Posted: 5. April 2008