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Stadt, Wand, Kunst

„Pelle hat einen Tick. Nachts, wenn wir mal um die Häuser ziehen, bleibt er an jedem Laternenpfahl, jedem Stromkasten oder Straßenschild stehen, schaut sich um, und wenn gerade niemand guckt, klatscht er dagegen.“
So beginnt ein von Sebastian Heilig verfasster Artikel auf Spiegel online (03.07.2008). Von Adbusting über Adrian Nabi und Backjumps, den Erfolg Banksy´s zu den sogenannten Splashern, so fährt der Artikel später fort:

„Der zunehmende Erfolg von Street Art, die Kommerzialisierung und die damit verbundenen Nebenaspekte schmecken deswegen beileibe nicht jedem in der Szene, die subkulturelle Gegenbewegung zu Street Art ist schon längst aktiv. „Destroy the museums, in the streets and everywhere“, ist das Motto der sogenannten Splasher. Sie zerstören Street Art mutwillig mit Farbbeuteln oder attackieren Ausstellungen mit Stinkbomben. „Spritzer“, so die deutsche Übersetzung, machen Street Art verantwortlich für steigende Mieten in den alternativen Stadtvierteln – weil die Kunst solche Gegenden attraktiver für Touristen und Investoren macht, wie es in einem Online-Manifest heißt.“

am Ende seines Artikels schreibt Heilig zusammenfassend:

„Wie weit Street Art in der öffentlichen Wahrnehmung bereits gekommen ist, davon konnte ich übrigens höchstselbst bei meinem Besuch auf der Polizeiwache einen Eindruck gewinnen. „Jungs, das ist Adbusting“, klärte uns der Wachtmeister ohne ein Wimpernzucken auf. „Adbusting“ setzt sich aus „Advertisement“ (Werbung) und „busting“ (zerstören) zusammen, und meint das gezielte Verfremden von Werbung im öffentlichen Raum: Konsumkritik. Tja, und wenn bereits schnauzbärtige Wachtmeister so leichtfüßig mit Szenejargon hantieren, kann Street Art schon lange keine Subkultur mehr sein. Sondern ist längst Pop.“

Pop. Soso. In seinem Artikel wird dann über die Aufwertung von Streetart durch Splasher (sogenannte Kontra-Streetart-Aktivisten) geschrieben, Streetart würde, wie es heisst:

„durch die Spritzer verspielter und greller.“

Und das Magazin „Art“ würde ernsthaft über eine Ausstellung gesplashter Streetart nachdenken und eine Modelinie wäre laut Heilig in Planung. Vielleicht steh ich ja auf dem Schlauch aber kann mir (email) mal jemand Beispiele „gesplashter“ Streetart senden? Es müssen ja sehr viele sein wenn dem so viel Aufmerksamkeit zusteht. Der komplette „Stadt,Wand,Kunst“ Artikel auf Spiegel online mit Bildergallerie [TWISTER]


Posted: 4. Juli 2008