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Heimat Smalltalk

Stefan Strumbel aka Deine Heimat hat letztes Jahr der ein oder andere sicherlich mal mitbekommen, ob im Stern Neon mit Karl Lagerfeld, im Mad Flavor Store Berlin, auf einer der Springmann Galerien in München oder Berlin, im Pretty Portal oder anderen Hochzeiten auf welchen der Offenburger mit getanzt hat. Streetart hin oder her, Stefan hat eine Idee und steht dahinter, die Umsetzung ist fresh und er zieht da was durch was mir sehr gut gefällt. Vielleicht liegt es auch daran das ich ihn schon länger kenne, anyways Stefan stand kurz Rede und Antwort im Smalltalk

Stefan, erkläre uns kurz etwas zu “Deine Heimat”. Was steckt hinter dieser Idee?

Der Ursprung meiner Kunst liegt im Graffiti. Durch das Sprühen markiert jeder Writer/Sprüher sein Revier. Er gestaltet sein Umland, so dass er sich in diesem wohl fühlt. Dadurch entsteht zwangsläufig eine intensive, aufmerksame Beschäftigung mit dem Umfeld, das einen umgibt, mit dem Herkunftsort und mit dem eigenen, persönlichen Ursprung. Diese Auseinandersetzung bezieht sich sowohl auf die äußere, visuell wahrnehmbare und greifbare Umwelt, als auch auf die inneren Emotionen, die jeder einzelne bezüglich seiner persönlichen Heimat empfindet. Heimat ist gekoppelt an Orientierung und Identifizierung. Sie ist individuell und einzigartig und kann daher zur Heimat eines anderen keinesfalls identisch sein. Heimat ist etwas sehr persönliches, deswegen auch „Deine Heimat“.

Hat Stefan Strumbel aka “Deine Heimat” mit dem klassischen Graffiti abgeschlossen? Da kommst Du doch eigentlich her right?

Ja. Anfang der Neunziger habe ich zusammen mit Freunden mit klassischem Graffiti angefangen. Wir haben uns vor allem das Bahnsystem am Oberrhein vorgenommen und zu eigen gemacht. In dieser Zeit entstanden die ersten Kontakte zu Writern/Sprühern nach Heidelberg, Basel, usw. Die meisten dieser Kontakte bestehen noch heute.

Jim Courier oder Karl Lagerfeld machen kein Geheimnis daraus das sie “Deine Heimat” verbunden sind, wie kommt es Deiner Meinung nach zu einem derartigen Einschlag dieser zugegebenermaßen sehr guten Idee!?

Ich denke, das Heimatgefühl ist in jedem von uns vorhanden und auch jedem bekannt. Das Thema spricht daher jeden an. Jeder von uns strebt nach Heimat. Das Neue ist die Art der Auseinandersetzung, die Fokussierung auf ein schwer erklärbar und nicht genau bestimmbares Gefühl und erweckt daher das Interesse der Menschen. Ein Beispiel: Wie jeder das Heimatgefühl kennt, so kennt auch fast jeder die traditionellen Kuckucksuhren. Dadurch dass ich diese aber in ein neues Licht rücke, rege ich zu einer neuen, intensiveren Beschäftigung mit dem Thema Heimat an. What the fuck is Heimat? Diese Frage geht uns alle etwas an, auch Karl Lagerfeld. Dass er auch noch auf die Uhren abfährt, ist natürlich eine Art Ritterschlag für mich.

Mit der Galerie Springmann bist Du dieses Jahr von einer Ausstellung zur nächsten gezogen, wie geht es weiter? Worin siehst Du den wesentlichen kreativen Fokus für 2009?

Nach dem ereignisreichen Jahr 2008 ziehe ich mich bis zur Art Karlsruhe im März nun erstmal in mein Atelier zurück. Im Mai erscheint ein Portraitbuch ueber mich von dem Fotografen ruedione aus Heidelberg.In Karlsruhe werde ich dann eine neue Installation, bei der unter anderem die Berliner Mauer eine Rolle spielen wird, zeigen. Mehr wird dazu aber noch nicht verraten.
Für 2009 stehen ansonsten auch schon weitere Ausstellungen an, zu welchen man auf meiner Homepage www.deineheimat.com nähere Informationen findet.

Vielen Dank für den Smalltalk und wir freuen uns auf das bald erscheinende Buch!

Photos: Ruedione


Posted: 7. Januar 2009