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Wash Me

Mini vs Krink war noch nicht alles. Die Schweizer legen mit „Wash me“ nach. Mit dabei Smash137, Seak, Tika und 7 weitere Künstler. Rémi Jaccard & Stefan Ege, Marisa Pichler & Gigi Burn, Dieter Meier, Grafikdesigner und Schriftgestalter Aurèle Sack, Streetart Künstler Tika, August, Seak sowie Fabian Bertschinger, Euro und Smash137 arbeiten mit dem Auto als Medium, Reinigen, Abspritzen, Aussparen und Auskratzen. Das Projekt wurde zum 50jährigen Mini Jubiläum ins Leben gerufen.

Zehn Künstler. Zehn MINI. Und ein Buch zum 50-jährigen Jubiläum: Wash Me – Kunst am MINI. Auf ein staubiges Auto «Wash Me» zu schreiben, ist verlockend. Mit einem Finger auf einer beschlagenen Autoscheibe seine Spuren zu hinterlassen, ist unwiderstehlich. Das Auto als Leinwand. Diese Alltagssituationen waren die Inspiration für zehn Kunstwerke, die in diesem Buch präsentiert werden. Entstanden sind äusserst unterschiedliche Werke. Es gibt nur eine Gemeinsamkeit: Keiner der zehn Künstler hatte zuvor mit dem Auto als Medium gearbeitet und es dabei durch Reinigen, Abspritzen, Aussparen und Auskratzen in ein Kunstwerk verwandelt. Dies erforderte einen offenen Geist, Mut und die Entschlossenheit, sich ins Unbekannte zu stürzen. Es entstanden zehn Werke voller Herzblut, die vielfältiger nicht sein könnten. Der MINI ist eine Herzensangelegenheit. Man muss ihn einfach lieben. Er ist sympathisch und einzigartig. Nur: Darf eine solche Ikone als Leinwand benutzt werden? Natürlich – Only MINI can do. Denn MINI ist seit 50 Jahren Teil zeitgenössischer Kultur. MINI ist Designklassiker und Lifestyle, individuelles Kunstobjekt und funktionales Auto zugleich. Deshalb war Kunst stets Bestandteil der Marke MINI. Legendär ist der verspiegelte Classic MINI von David Bowie (1999). So bildet das Engagement für zeitgenössische Kunst einen Schwerpunkt der kulturellen Förderung bei der BMW Group. Es ist erklärtes Ziel, Künstlern eine Plattform zu bieten, um ihr kreatives Schaffen zu fördern und die Ergebnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Im Gegenzug inspirieren überraschende Ideen und kreative Herangehensweisen. Das Buch zeigt neben vollendeten Kunstwerken jeweils ausführliche Bildstrecken zur Entstehung der einzelnen Arbeiten. Diese dokumentieren den Schöpfungsprozess und zeigen dadurch die individuelle Herangehensweise der Künstler auf. Texte von drei Persönlichkeiten leisten einen weiteren kreativen Beitrag. Dieses Buch wäre ohne den Mut, Neuland zu betreten, ohne den Enthusiasmus und vor allem ohne das enorme Engagement der Künstler und Autoren nicht möglich gewesen. Ein grosses Kompliment und herzliches Dankeschön. Des Weiteren gebührt unser Dank allen, die mit ihrem wertvollen Beitrag das
Buchprojekt unterstützt haben. (Oliver Aeschlimann, Corporate Communications, BMW (Schweiz) AG)


Die Arbeiten und Beschreibung von Seak, Smash137 und Fabian Bertschinger.

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Seak – Only one Chance

Jahrelang perfektionierte ich meinen Stil, arbeitete in einem professionellen Umfeld, ideale Hilfsmittel halfen mir, spannende Ideen perfekt umzusetzen. Und nun das: Reverse Graffiti auf MINI. Only one Chance – jeder Pinselstrich muss sitzen. Für einmal kein progressives Graffiti, sondern sich neu erfinden – back to the Roots. Eine neue Erfahrung, die ich gerne annehme. Alles ist geregelt,ich strebe danach, meine erste Linie zu ziehen. Ansetzen. Putzen. Erneut ansetzen. Der erste Schritt ist getan, die Angst verfliegt. Eine neue Dimension wartet, ich tauche ein. Ein modifizierter Farbroller, diverse Schwämme und ein Hochdruckreiniger sind meine Werkzeuge. Ich schalte ab und verliere mich – Moment of Excellence. Und doch, Zweifel kommen auf. Soll ich Kompromisse eingehen? Dabei stelle ich mir vor, einen Berg zu erklimmen. Schaffe ich es auf den Gipfel? Finde ich den richtigen Weg? Ich stelle mich und entscheide richtig, bezwinge den Gipfel. Das Gefühl des Triumphs durchströmt mich. Das Werk wird richtig derbe. Endorphine, Dopamine, Glücksboten, das befriedigende Gefühl, sich selbst besiegt zu haben. (Seak/CNS Köln)

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Smash137 – Sputnik

Seit 20 Jahren besprühe ich Objekte, vorzugsweise mobile. Ich mag den Gedanken, dass mein Werk zu den Leuten kommt, ohne dass sie danach gesucht haben. Meine Spezialität ist das Improvisieren. So beschmierte ich den MINI zu Beginn richtig bunt mit Farbe, um dann mit einem kräftigen Wasserstrahl klare und präzise Linien aus dem Farbgeschmiere herauszulösen. Das Vorgehen entpuppte sich als Tragödie: Als Sprüher bin ich es gewohnt, die Sprühdose mit schnellen und schwungvollen Bewegungen zu präzisen Linien zu führen. Mit der zweckentfremdeten Airbrush-Maschine musste ich mich hingegen zeitlupenähnlich bewegen. Steif wie ein Zinnsoldat zog ich die Linien immer wieder hoch und runter. Erst so löste sich die Farbe vom MINI. Ich fühlte mich wie ein Drummer, der mit zwei Pfannen Musik machen sollte. Ich war «lost in space». Sprühte. Putzte. Sprühte erneut darüber. Als ob es so sein müsste. Als hätte ich alles im Griff. Erst als im Chaos Ordnung zu erkennen war, gab ich mich zufrieden. Mein MINI-Sputnik war sicher am Boden gelandet. Zwei Volksweisheiten haben sich bewahrheitet: Erstens: «Das Vollschmieren ist einfacher als die Reinigung.» Zweitens: «Das Genie beherrscht sein Chaos.» – nur nichts anmerken lassen. (Smash137/GTK Basel)

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Fabian Bertschinger – Unpainted
Zürichs Reverse-Graffiti-Mekka ist zweifelsfrei die Bahnunterführung an der Langstrasse. «Tags» werden dort schnell gereinigt. Doch die Wörter und Sprüche, welche die schmutzigen Wände mit Reverse Graffiti zieren, scheinen die städtische Putzmannschaft zu überfordern. Wie reinigt man Gereinigtes? Dabei ist die Grenze zwischen Graffiti und Oberfläche fliessend. Die schmutzige Wand selbst wird zum Graffiti, die Stadt zum Täter. Die Verschmelzung dieser Grenzen habe ich auf dem MINI inszeniert und dabei seine klare Formsprache aufgelöst. Wo ist die aufgetragene Farbe zu sehen und an welchen Stellen wurde geputzt? Was ist echt, was ist Täuschung? (Fabian Bertschinger/Zürich)

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Das Buch zum Projekt „Wash me“
Das Video zum Projekt „Wash me“


Posted: 28. Dezember 2009