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Buffed Paintings Zürich

Die Ausstellung ‚Buffed Paintings‘,von Thierry Furger wird am Freitag, 27.03.2010 in der Züricher ArtSeefeld Gallery eröffnet.


Buffed Paintings

Die Serien «Buffed Paintings» und «Schöns Züri» werden im Rahmen der Ausstellung Cinq Salons im Haus zum Garten in Zürich erstmals von Thierry Furger gezeigt. Beide Serien hat er 2007 begonnen und bisher nicht abgeschlossen, sie basieren jedoch auf der langjährigen intensiven Auseinandersetzung des Künstlers mit der Thematik von Graffiti und seiner Vergänglichkeit.Sind Graffitis Schmierereien oder unter abenteuerlichen Bedingungen entstandene Meisterwerke mit einer eigenen Geschichte? Oft sind Graffitis bereits nach wenigen Stunden wieder verschwunden, von Reinigungstrupps beseitigt, von anderen Sprayern übermalt oder sie bleiben dem Zahn der Zeit überlassen und verwittern und verblassen allmählich. Schliesslich ist niemand für ihre Konservierung zuständig. So muss der Writer (Sprüher) lernen, mit der quasi selbstverständlichen Kurzlebigkeit seiner Bilder umzugehen. In der Folge fasziniert ihn diese ebenso, wie die Liebe zur Typografie und das Medium der illegalen Kunst im öffentlichen Raum.

Diese Eigenart des Graffitis ist der Ausgangspunkt der Serie Buffed Paintings. «Buff» heisst im Slang der Sprayer-Szene der Ort, wo die Züge gereinigt werden. Zunächst werden die Bilder wie echte Graffitis auf grosse Metall- und Aluplatten gesprayt. Anschliessend reinigt oder übermalt der Künstler selbst diese mit den gleichen Mitteln, wie sie etwa die SBB verwenden, wenn sie einen so genannten Graffitikiller einsetzen. Dadurch dass der gesamte Prozess wie in einem Zeitraffer abläuft, überträgt der Künstler das inhärente Entstehen und Vergehen der illegalen Gegenstücke in den Ausstellungsraum. Dabei entstehen Bilder, die nicht wie gewohnt den Hochglanz-Look technisch besonders ausgefeilter Kompositionen betonen, sondern der besonderen Ausstrahlung und Ästhetik der Strassenkunst gerecht werden und ihr fatalistisches Flair in den Vordergrund stellen.

Die aktuelle Anti-Graffiti-Kampagne der Stadt Zürich hat Thierry Furger zu einer weiteren Serie inspiriert: «Schöns Züri». Auf den grossflächigen Bildern lässt sich auf den ersten Blick kaum ein Graffiti erkennen, nicht bunte, lebendige Buchstaben dominieren, sondern Grau in verschiedenen Tönen. Erst auf den zweiten forschenden Blick erkennt der Betrachter unter der aufgetragenen Deckfarbe ein Piece (Graffiti-Bild). So wie die Stadt Zürich konsequent alle Graffiti auf öffentlichen Wände innert Wochenfrist mit grauer Farbe überstreichen lässt, werden auch die Leinwände dieser Serie von Thierry Furger ohne Rücksicht auf den künstlerischen Wert der unterliegenden Pieces übermalt. Sie stammen zum Teil von Graffitikünstlern von Weltruf, die sie eigens dafür besprayt haben. Was davon bleibt, sind Bilder, die subtil eine Geschichte anklingen lassen, die unterhalb ihrer Deckschicht stattgefunden hat. Damit spiegeln sie Betonwänden Zürichs, die vom mittlerweile bald dreissigjährigen Lebenslauf der Graffitikunst in der Schweiz erzählen. Beide Serien zeugen vom Willen des Künstlers bei der nicht immer problemlosen Übertragung von Street-Art in den geschützten Ausstellungsraum neue Wege zu beschreiten. Seine fundierte Kenntnis hat ihn dazu gebracht, die ephemere Qualität – ansonsten ein auf Grund des Konservationsauftrags inexistenter Aspekt der Leinwand-Graffitis – zu einem zentralen Element seines Werks zu machen. Dank diesem zusätzlichen Schritt wird er auch den anders gearteten Bedingungen gerecht, die den Ausstellungsraum vom öffentlichen Raum unterscheiden, ohne dabei die Essenz seiner Herkunft zu verleugnen.

Thierry Furger’s „Buffed Paintings
Opening 26.März, 18 bis 21 Uhr
Ausstellung: 26.März bis 24.April 2010
Galerie ArtSeefeld. Seefeldstr. 301a. Zürich, Schweiz


Posted: 25. März 2010