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Nachtschichten – Dokumentation

Wir sind eben über einen 15minütigen Ausschnitt aus der Dokumentation “Nachtschichten” von Ivette Loecker gestoßen. Nachtschichten zeigt Menschen in Berlin, die in und mit der Nacht leben, und fragt nach den Motiven für ihren versetzten Lebensrhythmus. “Manche arbeiten und leben freiwillig nachts, andere hat das Schicksal dazu gezwungen; wieder andere nutzen die Dunkelheit, um im Geheimen zu operieren, manche finden in ihr ein neues Zuhause. Film begleitet diese Menschen auf ihren nächtlichen Wegen, um ihre Beweggründe zu verstehen und durch die Begegnung mit ihnen das Wesen der heutigen Großstadtnacht zu beleuchten.” Mehr über den 97minütigen Dokumentation und den Ausschnitt inklusive Hubschrauber Einsatz der Bundespolizei in Berlin gibts nach dem Jump



“Zwei vermummte Gestalten pirschen sich durch verschneites Gebüsch an abgestellte Güterwaggons an. Hubschrauberpiloten der Bundespolizei werden zu einem Einsatz gerufen. Sie überwachen die Großstadt von oben. Eine Wachschutzfrau füttert eine Ente, die sich auf das Industriegelände verirrt hat. Zwei junge Frauen fahren mit einem Bus der Stadtmission durch Berlin und bringen frierende Menschen in eine Notunterkunft. Eine japanische DJane bereitet sich auf ihren Auftritt vor. Die Berliner Nächte sind zu ihrer zweiten Heimat geworden. Ein einsamer Schlafloser wandert durch die klirrend kalte, vom Mond hell erleuchtete Nacht. Hier findet er Ruhe und Trost. Ein Obdachloser sucht im nächtlichen Schneetreiben einen trockenen Schlafplatz, der ihm Schutz vor der Außenwelt bietet.

Im Laufe einer Nacht begegnen wir diesen Menschen zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten. Nach und nach lernen wir sie kennen und erfahren, warum sie nachts leben. Ihre Geschichten verbinden sich zu einem Porträt einer nächtlichen Gegenwelt, in der sich Menschen ein neues Zuhause schaffen.”


Ausschnitt “Nachtschichten”


“Nachtschichten” zeigt in knapp 100 Minuten Menschen in Berlin, die tagsüber unsichtbar bleiben und die Nacht für ihre Existenz gewählt haben. Die Idee war, sie auf ihren Wegen durch die Nacht zu begleiten, um die Motive für ihren versetzten Lebensrhythmus zu ergründen und die Gestalt und Ordnung der heutigen Großstadtnacht erfahrbar zu machen. Manche arbeiten und leben freiwillig in der Nacht, andere hat das Schicksal dazu gezwungen; wieder andere nutzen die Dunkelheit, um im Geheimen zu operieren, manche finden in ihr ein neues Zuhause. Meine Intention war es, die Spannung zwischen einer pragmatischen Routine, mit der die Nacht verbracht oder organisiert wird, und den existentiellen Sehnsüchten und Ängsten, die scheinbar unweigerlich hervorgerufen werden, filmisch zu erforschen. In längeren Beobachtungen und Gesprächen mit den Menschen entdecken wir die Spannungen und Ambivalenzen, aber auch die verheißungsvollen Freiräume, die sich durch ihre Lebensweise eröffnen. Die Momente, in denen Trostlosigkeit, Angst und Verzweiflung oder der Kampf gegen sie spürbar werden, zeigen auf, wie fragil die nächtlichen Freiräume beschaffen sind. (Nachtschichten / A 2010, 97 min, 35 mm)

“They are not just awake; they live at night and with the night. Night Shifts is the portrait of an alternative world. The film follows the trails of people in Berlin who are invisible during the day, accompanying them on their nocturnal paths through the metropolis, which are
marked by pragmatic routine, desires, and dangers.

When night descends over wintry Berlin, not everyone is asleep. Graffiti artists use the darkness for tagging train cars, and railway security monitor the yards for intruders. A couple of women driving the homeless shelter’s van visit the familiar street corners and doorways, looking for the regulars who need a sandwich and hot coffee, and maybe a warm bed. A young DJ rides the subway with her sketchbook, alone in the night.

Director Ivette Löcker follows the people who venture out into the night, creating a hauntingly beautiful film out of the dark urban spaces. In Night Shifts, equal care is given to the invisible people who keep Berlin’s pulse at night and to the rough surfaces, architectural shapes, and glowing red taillights that recede in the distance. Löcker says: “It was my intention to explore cinematically the tension between a pragmatic routine by which the night is spent…and the existential desires and fears that seem to be inevitably evoked.…We discover the tensions and ambiguities but also the promising freedoms that their way of life opens up. The moments in which we can sense despair, fear, and desperation or the struggle against them reveal how fragile the night’s freedoms are.” (Wisconsin Film Festival 2011)”


Posted: 19. Juli 2011