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Bruce Davidson – Subway Fotoausstellung in Berlin


Bruce Davidson (*1933/USA/Subway Buch auf Amazon) begann schon als Jugendlicher zu fotografieren und studierte Kunst am Rochester Institute of Technology und an der Yale University – unter anderem bei Josef Albers. Davidson beginnt sein Subway-Projekt in Schwarz/Weiß, wechselt jedoch schnell zur Farbfotografie, um die Mischung aus dunklen Schatten, glänzender Haut und sterilem Neonlicht optimal einzufangen. C/O Berlin präsentiert seit Mitte März bis 20.Mai erstmalig in Berlin eine Auswahl von 47 Dye-Transfers aus der Subway-Serie von Bruce Davidson. Mehr nach dem Jump!

Bruce Davidson beginnt sein Subway-Projekt in Schwarz/Weiß, wechselt jedoch schnell zur Farbfotografie, um die Mischung aus dunklen Schatten, glänzender Haut und sterilem Neonlicht optimal einzufangen. Meisterhaft fängt er die harten Kontraste ein und spielt gekonnt mit Hell-Dunkel-Effekten. Die saturierten Farben in seinen Bildern sind das Ergebnis vom Einsatz des Blitzes. Mit dem Aufblitzen seiner Kamera lockt Bruce Davidson die Menschen bewusst aus der Reserve und tritt so mit ihnen in einen kurzen Dialog. Mit seiner speziellen Art der Straßenfotografie transformiert Bruce Davidson die dunkle und unpersönliche Realität in eine farbige Welt voller Emotion und Energie.

C/O Berlin präsentiert erstmalig in Berlin eine Auswahl von 47 Dye-Transfers aus der Subway-Serie von Bruce Davidson. Die Werke sind Leihgaben aus der Sammlung von Susan Steinhauser und Daniel Greenberg, Los Angeles. Die Ausstellung wurde von der Aperture Foundation, New York, und mit der Unterstützung der Howard Greenberg Gallery, New York, der Rose Gallery, Los Angeles sowie von Michael und Jane Wilson organisiert. 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung wurde der Katalog zur Ausstellung 2011 vom Steidl Verlag und von Aperture neu aufgelegt.

Bruce Davidson . Subway

17. März bis 20. Mai 2012

“When you are in the Subway, what is beautiful appears bestial, and what is bestial appears beautiful.” Bruce Davidson

New York, Anfang der 1980er Jahre. Düsterer Großstadtmoloch zwischen Hedonismus und Abgrund. Die Subway in ihrem marodem Zustand ist ein gefährliches Pflaster. Tunnelfeuer, Überfälle, Mord und Drogenhandel sind an der Tagesordnung; überfüllte Waggons, häufige Verspätungen, Graffiti und Schmutz überall. Die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein Höllentrip. Der Fotograf Bruce Davidson steigt ein, begibt sich mitten in das rasende, ratternde Treiben der Stadt und porträtiert die Fahrgäste zwischen Uniformität und Vielfalt, Anonymität und Intimität, Depression und Inspiration. Ob Liebespaare, Musiker, Obdachlose, Touristen oder Geschäftsleute – in der Subway und ihren Passagieren findet er die perfekte Metapher für das Leben in der Metropole mit ihrer Aggression und Hässlichkeit, mit ihrer Hoffnung und Menschlichkeit.

Demokratisch und radikal öffentlich – die Subway bietet Bruce Davidson das ideale Setting für seine langjährige, urbane Reportage. In diesem rollenden Gefängnis ist jeder für jeden sichtbar. Auf diese exponierte Situation reagieren die Fahrgäste höchst unterschiedlich. Während sich einige ängstlich in der Masse verstecken und wegducken, posieren andere ungeniert und nutzen Waggons und Bahnsteige als Bühne für ihre Selbstdarstellung. Auch wenn Bruce Davidson nicht aus dem Verborgenen heraus fotografiert und meist respektvoll um Erlaubnis bittet, ist nichts in seinen Bildern gestellt, jede Situation ist authentisch. Der Fotograf ist dabei immer Fahrgast, Beobachter der Szenerie – und Jäger nach dem „entscheidenden Moment“. Dadurch entsteht eine einzigartige Spannung in seinen Bildern – die Porträtierten erscheinen selbst in dieser inhumanen, rauen Welt voll menschlicher Würde.


Posted: 26. März 2012