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BRANDENBURG – Verkaufsstopp für ‚allover‘ Magazin

Verkaufsstopp für das Graffiti-Magazin „all over“. Das mit Hilfe der HdO-Arbeitsgruppe „Alternative Kunst“ erstellte 32-Seiten-Heft verstößt gegen das Urheberrecht. Ein Teilnehmer aus dem Macherkreis hat das verwendete Titelbild offenbar einfach „ergoogelt“. Konsequenz: Der Urheber setzte jetzt einen Verkaufsstopp des Heftes durch, das seit wenigen Tagen in mehreren Brandenburger Läden für 2 Euro unters Volk gebracht wurde.

Der eigentliche Urheber des Bildes betont, dass er an einer außergerichtlichen Einigung des Falls interessiert ist; ein entsprechendes Gesprächsangebot hat er dem HdO unterbreitet. Momentan stehen beide Parteien in Kontakt, konkrete Ergebnisse soll es in Kürze geben. Kritisiert wird vom Macher des Fotos darüber hinaus, dass das Heft – es zeigt diverse illegale und legale Graffitis auf Wänden, Zügen, LKW, Trams etc. – über keinerlei Impressum verfügt. In der Tat war die Verzahnung der Akteure zunächst nicht leicht zu durchblicken. Über eine Brandenburger Szene-Webseite wurde das Heft zunächst beworben, der dortige Webmaster gab sich Medien gegenüber als einer von zwei Initiatoren aus. Das wiederum registrierte man mit gerümpfter Nase im HdO, das Projekt – so bestätigte man auf Nachfrage – sei über die hausinterne AG „Alternative Kunst“ gelaufen; das HdO selbst hätte die von den Jugendlichen gesammelten Daten druckfertig aufbereitet und den Druck in die Wege geleitet. HdO-Chef Andreas Walz schränkt jedoch ein: „Wir sind nicht der Herausgeber des Magazins ´all over´ und haben nur die herausgebenden Jugendlichen bei ihrem Non-Profit-Projekt unterstützt.“ Die selbsternannten Initiatoren wollen vom Projekt übrigens nur noch wenig wissen, sie zeigen mit dem Finger weit von sich und sagen jetzt, sie hätten das Heft nur beworben.In den Läden selbst ist man über die Art und Weise sauer: „Die haben uns ein Ei ins Nest gelegt“, formuliert ein Ladenbesitzer der nicht genannt werden will. Ein weiterer Vertriebler will den Namen seines Stores ebenfalls nicht in den Medien lesen, droht dem Urheber des Bildes gegenüber sogar mit rechtlichen Schritten weil er eine Rufschädigung fürchtet. Nicht zuletzt stören sich mehrere der Händler auch daran, dass auf dem Heft selbst eine „Schutzgebühr“ von einem Euro genannt wird, der Verkaufspreis dann aber auf 2 Euro erhöht wurde. „Das kriegen wir hier kaum erklärt“, stöhnt einer der Händler.

Quelle: BRB News


Posted: 10. April 2012