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AUSSTELLUNG – Jens Besser – ‚Diaries of Interrail‘ [BERLIN]

Am 07.03.2013 eröffnet die erste offizielle Berliner Einzelausstellung von Jens Besser im Idrawalot in Neukölln. Gezeigt werden Zeichnungen auf Bahntickets sowie Siebdrucke. An der Serie „Diaries of Interrail“ arbeitet Besser bereits seit 3 Jahren, unter dem Projektitel „Trainworkers – auf den Spuren nächtlicher Schatten“ hat der Dresdener Künstler zahlreiche Graffiti Writer auf seiner Interrailtour durch Italien, Frankreich, Spanien, Deutschland sowie Tschechien besucht und auf seine Art mit Aufzeichnungen und Skizzen porträtiert. Mehr von und mit Jens Besser´s Projekt „Conceptual Vandalism“ gibt´s übrigens bald bei uns in einer der nächsten 5 MINUTES Episoden.

Diaries of Interrail – eine Einzelausstellung von Jens Besser bei Idrawalot

Wie ein Tagebuch lesen sich die Werke der Ausstellung „Diaries of Interrail“ 1 – eine Farbrolle gezeichnet auf ein italienisches Ticket mit der Bildunterschift „a used Roller for fillin‘ a panel in Lecco“ 2 oder ein 6-er Pack Sprühdosen auf Berliner-S-Bahn-Fahrschein mit der Betitelung “ 6 empty cans used for an E-to-E on s-train in a suburb of B.“ 3
Jens Besser schuf eine Serie an Zeichnungen auf Tickets. Zugtickets, die er selber nutzte um durch Europa zu reisen oder Tickets von portraitierten Künstlern, die er auf seinen zahlreichen Reisen quer durch Europa traf. Das Werk „Sense from Otrokovice“ ist eines dieser Portraits. Mehrfach besuchte Besser den tschechischen Zugmaler Sense, um ihn zu portraitieren und um mehr über die Welt der tschechischen „Vandalen“ 4 zu erfahren. So entstand aus zwei „Sense“-Portraits eine Siebdruckserie in 2 Variantionen – als Postkartenserie (mit abgefahrenen Tickets die Sense genutzt hatte) und ein limitierter vergrößerter Druck eines Portraits.

Bereits 2010 besuchte Besser zahlreiche Sprüher im Balkangebiet. Mit dabei waren “ Slow from Beograd“ 5 , “ Kareem hiding under a train in the main depot of Sofia“ 6 oder „Radko posing in Sofia“ 7. Ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ermöglichte es Besser diese Reise durchzuführen. Er schoss zahlreiche Fotos, fertigte Skizzen an und realisierte Wandbilder über Zugmalerei in Sofia, Modena , Barcelona und Ljubljana. Die geloopte Zeichenanimation „sneak, paint, run “ 8 wurde bereits im Internet veröffentlichet. Sie entstand auf gesammelten Tickets auf der Rückfahrt von Norditalien nach Deutschland.

Nachdem Teile der Serie bereits in Gruppenausstellungen in Montreal, Sofia, Amsterdam, Düsseldorf, Hamburg und Dresden gezeigt wurden, werden nun erstmalig alle Werke der Serie in einer Einzelausstellung in Berlin gezeigt.

Erklärungen:
1 Interrail Tagebücher (Das Interrail-Tiecket ist ein spezielles Ticket , womit man einen Monat lang quer durch Europa Zug fahren kann.)
2 Ein benutzer Farbroller, genutzt um „ein Werk auf einem Zug“ (Panel) auszufüllen in Lecco (Italien)
3 6 leere Dosen, genutzt für einen von links bis rechts bemalten Waggon ( E-To-E) in einem Vorort von Berlin
4 Der Volksmund beschimpft Zugsprüher fälschlicherweise als „Vandale“. Die Szene hat diese „Ehrung“ mitlerweile absorbiert und bezeichnet sich nun selber als „Vandals“.
5 Slow (Name eines serbischen Sprühers) in Belgrad
6 Kareem (Name eines bulgarischen Sprühers) vertsckt sich unter einem Zug im Bahndepot Sofias
7 Radko stellt sich in Pose vor einem Zug
8 Schleichen, Malen , Rennen – der sogenannte „Train-Yard-Triathlon“ (Bahn-Depot-Triathlon) Die Sprüher SCHLEICHEN sich an den Zug, um ihn dann zu beMALEN und müssen meist nach vollendeter Arbeit schnellstmöglich das Bahnareal verlassen – sie RENNEN aus dem Depot. Ein immer wiederkehrender Zyklus das besprühte Züge schnell gereinigt werden. In der Zeichenanimation schleicht sich der Sprüher an den Zug. Vollendet schnell sein Werk und kann noch rechtzeitig vor dem Eintreffen des Sicherheitsdiensts aus dem Sichtfeld fliehen. Der Security entdeckt das Werk und rennt ebenso ais dem Sichtfeld. Dann startet die Schleife von vorn. http://www.youtube.com/watch?v=wmuT4WmvKRA

Über den Künstler

Jens Besser diplomierte 2008 an der HfBK Dresden. Seitdem ist er als freischaffender Künstler tätig. Er lebt in Dresden und ist europaweit tätig. Offizielle Wandbilder von Besser kann man in Santiago de Chile, Oaxaca (MEX), Sofia(BG), Heerlen (NL), Hamburg, Leipzig oder Dresden finden.

2010 erhielt Besser ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen für das Projekt „Trainwork(er)s – auf den Spuren nächtlicher Schatten“
2012 wurden Werke von Jens Besser durch den Kunstfonds Sachsen angekauft

Gezeigt wurden Ausschnitte der Serie bei folgenden Gruppenausstellungen:

– „urban script continues 2010 – about the nighshift“ KOLONI, Dresden, 2010
– „Generation X, Generation Y“ Galerie Adlergasse, Dresden, 2010
– „Pssst“ Gängeviertel, Hamburg, 2010
– „Artworks: Aspahltkultur“ gezeigt in Amsterdam & Düsseldorf, 2010
– „Par Chemin“ Galerie D’art Yves Laroche, Montreal, 2011
– „Die andere Seite“ ,Runde Ecke/ Galerie Adlergasse, Dresden, 2012
– „Nightshift“ Hip Hip Atelier, Sofia, 2012

Die Ausstellung „Diaries of Interrail“ umfasst 19 Zeichnungen auf Originaltickets und 15 unterschiedliche Siebdruckmotive in Formaten von A6 (7,5cmx10cm) bis B2 (50cmx70cm)

Daten zur Ausstellung
Eröffnung: Donnerstag 7.3.2013 – 19 Uhr
Ausstellungszeitraum: 8. – 30.März 2013
Öffnungszeiten der Gallerie:
Dienstag – Freitag 12 – 18 Uhr,  Mittwoch 12 – 21 Uhr, Samstag 13 – 18 Uhr

Adresse: Idrawalot – Boddinstrasse 60, 12053 Berlin Neukölln

jensbesser.blogspot.com
jensbesser.de
idrawalot.com


Posted: 4. März 2013