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MURAL ART – ‚Wallcome‘ Projekt in Schmalkalden

In Schmalkalden, einem kleinen beschaulichen Städtchen in Thüringen, ist im Juni 2014 das Projekt WALLCOME gestartet. Kuratiert wird das Ganze von HERAKUT und CASE, die für das Projekt einige interessante Künstler in deren Heimat eingeladen haben um große Murals zu malen. Mit dabei sind uA ECB (Deutschland), M-City (Polen), ROA (Belgien), KnowHope (Israel), Andrew Hem (USA) und Pixelpancho (Italien). Wir bleiben dran, das Projekt läuft bis September 2014, unten die Pressemitteilung und erste Fotos mit CASE und ECB!

Eine einzigartige Galerie für Schmalkalden

Neun international renommierte Künstler aus den Bereichen Street Art und Urban Art kommen in Schmalkalden zusammen, um der Fachwerkstadt jeweils ein Werk zu schenken. Das Besondere dabei: Die Arbeiten werden auf Häuserfassaden aufgebracht, welche über die gesamte Stadt verteilt sind. Eine offene Galerie erwächst.

WALLCOME ist der Name des Urban Art Festivals, welches in den kommenden vier Monaten in Schmalkalden stattfinden wird. Insgesamt sind fünf Projektzeiträume angedacht, in denen die Künstler aus sechs verschiedenen Nationen Wände gestalten und dabei acht Fassaden beziehungsweise Giebelwänden neues Leben einhauchen. Während der Hauptveranstaltung im September ist ein mehrtägiges Symposium geplant. Zudem wird es eine Ausstellung, Workshops für Kinder und Jugendliche, Führungen und eine Dokumentarfilmreihe zum Thema Urban Art geben.

Träger des Projektes ist der Kulturverein „Villa K“ e.V., der sich über die Jahre durch eine Vielzahl von soziokulturellen Veranstaltungen im Raum Schmalkalden etabliert hat. Die „Villa K“ war auch lange Zeit das Zuhause zweier mitwirkender Künstler von WALLCOME: Mit Falk Lehmann (Künstlername Akut) und Andreas von Chrzanowski (Case) sind zwei waschechte Schmalkalder mit von der Partie, die ihre ersten künstlerischen Gehversuche in der „Villa K“ machten. Sie sind auch die Initiatoren des gesamten Projektes.

„Das Malen hat uns aus der Stadt rund um die Welt geführt und nun kommen wir zurück und bringen Künstler/Freunde/Kollegen mit, die wir im Verlauf unserer Entwicklung kenngelernt und mit denen wir zusammengearbeitet haben, um der Stadt ein Geschenk zu machen“, sagt Falk Lehmann. Neben Case und Akut, der zusammen mit Hera das Künstlerduo Herakut bildet, werden ECB (Deutschland), M-City (Polen), ROA (Belgien), KnowHope (Israel), Andrew Hem (USA) und Pixelpancho (Italien) ihre Pinsel und Dosen schwingen. Das ganze Projekt wird dabei auf einer Website inklusive fotografischer und filmischer Dokumentation festgehalten. Am Ende wird es außerdem ein Begleitmagazin mit einem Stadtplan, welches alle Kunstwerke, Projektorte und Angaben zu den Künstlern beinhaltet, geben.
Neben der offenen Galerie verfolgt WALLCOME weitere Ziele, die über das Künstlerische hinausgehen: Auf der Stadtebene geht es dabei um Netzwerkarbeit und das Aufzeigen möglicher Kooperationen vor Ort zur Stärkung des Selbstverständnisses der strukturschwachen Region. Personen aus der Kreativwirtschaft soll verdeutlicht werden, dass eine nicht urbane Herkunft nicht per se eine Karriere hindert, sondern kreatives Potenzial birgt und dieses freisetzt. Zudem sollen Handlungskompetenzen und Schlüsselqualifikationen aller Projektbeteiligten gestärkt werden.

Der Austausch und das Zusammenbringen von verschiedenen kulturellen Identitäten sollen der Verbesserung von Verständnis und Toleranz zwischen unterschiedlichen Kulturen auf Ebene der Urban Art dienen.

Unterstützung erhält der Kulturverein „Villa K“ e.V. für das Projekt von einer Vielzahl von Förderern und Partnern. Darunter sind die Stadt Schmalkalden, der Landkreis Schmalkalden-Meiningen, das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie des Freistaats Thüringen, die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Thüringen e.V. und die Kulturstiftung des Freistaats Thüringen. Des Weiteren leisten zahlreiche regionale und überregionale Wirtschaftsunternehmen einen Anteil an WALLCOME.

Die Motivation für dieses Projekt zogen die Initiatoren zum einen aus ihren eigenen Erfahrungen. Auf der anderen Seite wollen sie das Augenmerk auf kreativwirtschaftliche Potenziale von ruralen Gebieten legen. Kleinstädte und ländliche Gebiete wie der Raum Schmalkalden sind von einer Art Talentschwund betroffen, da viele gutausgebildete Menschen die Region verlassen und in die großen Städte ziehen. Diese strahlen einen Metropolen-Sog aus, der das Leben und Arbeiten dort attraktiver erscheinen lässt. Dabei gehört auch Urban Art zu dieser öffentlichen Wahrnehmung. Das kreative Potenzial, welches die künstlerische Befähigung in den Städten präsentiert, kommt jedoch meist aus eben solchen Kleinstädten wie Schmalkalden. Durch das Aufzeigen von Möglichkeiten der informellen Berufsorientierung und -weiterbildung will das Projekt vermitteln, dass beruflicher Erfolg in der Kreativwirtschaft auch in einer Kleinstadt im Flächenstaat Thüringen möglich ist.

https://www.facebook.com/WallComeBack


Posted: 2. Juli 2014