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KÖLN – Eine 100jährige sprüht bei Graffiti Workshop mit Andreas Buhn

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Bereits seit einigen Jahren schon ist der Graffiti Workshop mit Rentnern fester Bestandteil eines jeden Portfolios von entsprechenden Einrichtungen wie beispielsweise Altersheimen. Berührungsängste scheint es keine zu geben, viele Rentner nehmen das Angebot gern an und stürzen sich ins Abenteuer Graffiti. Also eigentlich nichts Besonderes mehr, wenn ein oder mehrere Graffitikünstler Workshops für ältere Menschen geben, so ungewöhnlich die Bilder auf uns doch immer wieder wirken. Selbst im Ausland ist das Ganze übliche Praxis geworden (z.B. in Lissabon). Diese Aktion hier ist aber doch besonders und uns einen Beitrag wert, zähneknirschend betten wir dafür auch mal das Video der BILD Zeitung ein, der Vollständigkeit halber.

Es geht dabei uA um Minna Tetem, der wohl älteste Mensch auf der Welt, der sich erstmals an einer Spraydose und Graffiti probiert:

„Ich komme aus Ostpreußen vom Land. Deswegen habe ich früher gerne Landschaftsbilder gemalt. Aber ganz normal mit mit Pinsel und Farbe.“

Die Seniorin legte zusammen mit Heinz (66), Leif (71), Margarete (78), Josef (84) und Franz (86) los, um das historische „Waagehaus“ bei den Sozial-Betrieben-Köln (SBK) zu besprühen. Unter Anleitung von Graffitikünstler Andreas Buhn (30) „Ich habe die Formen vorgezeichnet, sie haben sie mit Sprühlack ausgefüllt.“ So wurden von den Rentnern satte 80 Dosen und zwölf Acrylfarben für knapp 45 Quadratmeter auf drei Seiten vermalt.

Schöne Aktion!

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Artikel aus dem Kölner Stadt Anzeiger:

Sechs Bewohner der Sozial-Betriebe Köln sind die „Senioren-Spayer“ – und damit die wohl bundesweit älteste Grafftit-Gruppe. Nicht der einzige Rekord in dem Kölner Pflegeheim.

Schon wieder ein Rekord bei den Sozial-Betrieben Köln: Hier gibt es mit dem Haussender-Team von Silberdistel-TV nicht nur Deutschlands vermutlich betagteste Fernsehredaktion – sondern ab sofort auch die mit weitem Abstand älteste Graffiti-Gruppe.

Sechs Bewohner aus dem SBK-Pflegeheim 7 haben sich mit dem freiberuflichen Graffiti-Künstler Andreas Bruhn zu den „Senior-Sprayern“ zusammengefunden. An der Slabystraße wartete der erste Einsatz auf sie: Gemeinsam haben sie das frühere Waagehaus unweit des Wegs zur Bahnhaltestelle verschönert.

Die ehemalige Lkw-Wiegestation für Gemüse-Lieferungen – seit 50 Jahren außer Betrieb – ist seit 15 Jahren ein kleines Museum für wechselnde interne und externe Kunstausstellungen. Mit SBK-Geschäftsführer Otto B. Ludorff und Veranstaltungsleiterin Tina Damm, die den Kontakt zu Bruhn hergestellt hatte, präsentierte die Gruppe nun ihr Werk.

Und das Ergebnis ist kunstvoll: Die Gebäude-Rückseite ziert eine Schalenwaage; auf der Seitenwand ist ein Hahn im Comic-Stil zu sehen. „Er ist das Pendant zu der Hühner-Skulptur aus der »Jecke Höhner«-Reihe, die auf dem SBK-Gelände zu sehen ist“, erläuterte Bruhn.

Nachdem der Künstler seine Entwürfe fertig gestellt hatte, ging es für die Rollstuhl fahrenden Senioren vor einigen Tagen ans Werk: Nach einer Einweisung in die Technik begannen sie, mit Atemschutz ausgestattet, das Wandbild auszumalen. „Wir verwenden ganz normalen Sprühlack auf Acryl-Basis, wie man ihn in den zwei Kölner Spray-Läden bekommt“, so Bruhn.

Die Aktion habe auch ihm, der seit 15 Jahren professionell sprüht, großen Spaß bereitet. „Die Senioren haben alle meine Tipps berücksichtigt und sich sehr gut gemacht.“

Während Heinz Schröck als jüngster Teilnehmer immerhin schon 66 ist, bringt es Minna Tetem, die Älteste in der Sprayer-Runde, auf bereits 100 Jahre. „Ich habe mir gesagt, solange ich es gesundheitlich noch kann, mache ich gern alles mit“, erläuterte sie lachend – selbst ihr 75-jähriger Sohn sei stolz auf ihre Unternehmungslust.

Quelle: KSTA, BILD Zeitung


Posted: 9. September 2015