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STREET ATELIER – ARTE Creative Walk auf der IBUg 2015 und der OSTRALE Dresden | VIDEOS

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Die IBUg zu Gast in Plauen und auf der OSTRALE Dresden – Ein Rückblick

Und weiter geht´s mit unserem Sommer Events 2015 Rückblick (splash!, Spray´n Rap, Roskilde, La Grande Schmierage, Unicats, North West Walls, Back To The Style), und der IBUg! Ende August 2015 machten wir uns wieder (IBUg 2014 Videowalk) auf den Weg zu Ostdeutschlands größtem Street Art Event, der dieses Mal in Plauen (Vogtland) stattfand. Die zehnte Auflage der „Industriebrachenumgestaltung“ (kurz IBUg) hatte um die 60 Künstler aus 11 Ländern, geladen, darunter Kreative aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien, Weißrussland, der Ukraine und Mexiko. Als Location wurde die Alte Kaffeerösterei im Plauener Stadtteil Haselbrunn ausgewählt, wo während einer einwöchigen Kreativphase mit ihren Graffiti und Murals, Illustrationen, Installationen oder multimedialen Projekten ein Stück sächsischer Industrie-Geschichte zu einem Gesamtkunstwerk entstanden. Das Publikum konnte das Areal an drei Tagen besichtigen und sich von der Bandbreite sowohl als auch von der Qualität der entstandenen Kunst überzeugen lassen. Begleitet wurde das Festivalwochenende von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Führungen, Filmen, Vorträgen, Diskussionen und Partys.

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Gegründet und gestartet wurde die IBUg 2006 vom Künstler Tasso als Graffiti-Symposium in seiner Heimatstadt Meerane. Seither hat sich das Event zu einem international bekannten und renommierten Festival entwickelt, dass Jahr für Jahr Street Art Künstler aus aller Welt und mehrere Tausend Besucher anlockt. Mit dem Projekt wollen die Macher zeigen, dass urbane Kunst auch abseits großer Metropolen Relevanz haben kann. «Ich hätte nie gedacht, dass die IBUg mal eine so große Sache wird», sagt Tasso. 2006 war er eigentlich nur auf der Suche nach freien Flächen in Industriebrachen seiner Stadt, ist fündig geworden und schaffte das erste kleine Event mit etwa 15 befreundeten Künstlern, um mit alten Installationen, Maschinenteilen, Kabelsträngen, Fenstern und der ungewöhnlichen Architektur spielerisch zu experimentieren. Dabei sollten nicht nur Bilder an Wände gesprüht werden. «Es ging darum, sich auf die Umgebung einzustellen und ihr mittels Spraydose und allem, was man dafür noch verwenden mochte, ein neues Gesicht zu verpassen, auch zu kleben und zu basteln», erklärt der 49-Jährige.

Jetzt, zehn Jahre später, müsse Künstlern, die gern mitmachen wollen, sogar abgesagt werden. «Bei den vielen Anfragen könnten wir mehrere IBUgs machen.». Die IBUg gastierte nach Jahren in Meerane inzwischen auch in Crimmitschau, Glauchau und Zwickau. Die zehnte IBUg-Auflage ist gleichzeitig eine Premiere. Denn: Die meisten Brachen vergangener Jahre sind samt Kunstwerken längst abgerissen. «Vergänglichkeit ist Teil der Streetart», sagt Mitorganisator Michael Lippold. Dagegen ist die Alte Kaffeerösterei in der Vogtlandstadt mehr Kulturzentrum als Brache. Das ist neu. Die entstandenen Arbeiten sollen erhalten bleiben. Für die Künstler sei das eine Herausforderung, hieß es.

Unterwegs auf der IBUG 2015 in Plauen

Wir treffen am letzten Tag der Veranstaltung in der Alten Kaffeerösterei ein und lassen uns wie schon im letzten Jahr von Peter (Presse IBUg) für einige Stunden herumführen. Dabei treffen wir uA auf Künstler wie Florian Huber aus Hamburg, der auch dieses Jahr wieder mit Bauzäunen installativ gearbeitet hat und auf dem Dach der Alten Kaffeerösterei sogar mit der Münchener Graffiti Legende Loomit kollaborieren konnte. Florian möchte mit seiner Kunst – wenn auch nur symbolisch – mit zusammengeschweißten Installationen aus Bauzäunen ein Stück Industrie-Geschichte zu bewahren. Desweiteren treffen wir Tommi vom Kollektiv Quintessenz, Simo und natürlich auch El Presidente Tasso, der dieses Jahr selbst aktiv mitgewirkt hat und daher an unserem diesjährigen IBUg Spaziergang leider nicht teilnehmen konnte. Wir treffen Guido Zimmermann aus Frankfurt, der mit der Künstlerin Chinagirl Tile aus Wien zusammengearbeit hat. Sie zeigt, wie man Keramik in ein Wandgemälde einarbeiten kann und Dr. Molrok erklärt uns seine Buchstaben-Installation aus Metall.

Darüber hinaus sehen wir auf dem Gelände jede Menge visuelle und installative Kunst, uA von Benuz aus Mexiko, Bond TruLuv aus Leipzig, Christian Rug aus Leipzig, Farbgefühl aus Jena, Herr Orm , HiFi, HNRX, Innerfields aus Berlin, KERA, Madame Moustache aus Montpellier, Majilina aus Italien, Odourodessa aus Nürnberg, Theo Eifrig, Royal TS aus Leipzig, Zone56 oder auch Monarch aus Erfurt, der eine fantastische Skulptur gestaltet hat, die wir uns am Ende des Rundgangs auch angeschaut haben.

IBUG Alte Kaffeerösterei | Plauen 2015 | Foto Auswahl

Die IBUg ist aber schon längst weit mehr als der einmal im Jahr stattfindende Event. Die Organisatoren wollen auch Schnittstelle zu anderen Projekten sein, welche sich mit Street Art beschäftigen. „IBUg on Tour“ nennt sich das. Dieses Jahr kooperierte die IBUg dafür mit der OSTRALE, eine seit 2007 stattfindende Gruppenausstellung für zeitgenössische Kunst in einem ehemaligen Schlachthof in Dresden.

Ein Schwerpunkt der diesjährigen OSTRALE sollte neben aktuellen politischen Themen und Kunst aus Afrika auch auf dem Thema Graffiti & Street Art liegen. Deshalb wurden Künstler der IBUg eingeladen, sich auf der internationalen Ausstellung zu verwirklichen. Kuratiert und geleitet wurde die Graffiti und Street Art Ausstellung von Anne Mrosowski und Florian Bölike von der ATLJAE Kunstvermittlung, der Innenbereich wurde von Stefan Gregor und Fabian Kassner kuratiert. „Die facettenreiche Ausstellung überrascht mit kleinen Wandmalereien ebenso wie mit Skulpturen, dokumentarischer Fotografie, audiovisueller Videokunst, Performance und konzeptionellen multimedialen Rauminstallationen. Das alles haben wir uns für euch mal genauer angeschaut.

Der Fokus der Ausstellung lag klar auf Graffiti im öffentlichen Raum. Auf die Frage „Was ist Graffiti?“ konnte zwar auch diese Ausstellung keine Antwort geben, vielmehr aber inszeniert sie individuelle Interpretationen des Begriffs. Während einige der Künstler dem klassischen Buchstaben-Graffiti in all seinen Facetten treu geblieben sind, haben andere die Sprühdose beiseitegelegt und nutzen unterschiedlichste Techniken und Medien, um ihre langjährige technische, materielle sowie inhaltliche Auseinandersetzung mit Graffiti zu reflektieren, zu dokumentieren oder auch zu parodieren. Einige anonyme Akteure aus der illegalen Szene stellen ihre Werke unter Pseudonymen aus, während andere ihr Alter Ego abgelegt haben und mit bürgerlichem Namen auftreten. Bewusst möchte die Ausstellung legal und illegal arbeitenden Künstlern unter dem Leitgedanken eines “Familientreffens“ eine Plattformbieten. Wie in einer weit verzweigten Familie ähneln sich die künstlerischen Positionen aufgrund ihres gemeinsamen Ursprungs und werden in der öffentlichen Wahrnehmung zumeist doch als grundverschieden erachtet.

OSTRALE 2015 (Dresden) meets IBUG

OSTRALE 2015 meets IBUG | Dresden 2015 | Foto Auswahl

Links:
creative.arte.tv
ibug-art.de
ostrale.de/graffiti/


Posted: 5. November 2015