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BLACKBOOK 04: EKSIT

Mit unserem vierten BLACKBOOK geben wir einen Einblick in über 30 Jahre Graffiti-Writing von und mit EKSIT. Er gehört zur zweiten Düsseldorfer Graffiti-Generation und schließt als Protagonist in unserer Buchreihe gleich mehrere Kreise.

Er ist das, was wir einen notorischen Graffiti-Writer nennen – jemand, der niemals aufhören, niemals müde werden wird, es sei denn, höhere Umstände gebieten es anders. EKSIT lebt das oft zitierte und typische Doppelleben eines Writers, wenn man vom “Ventil” spricht, das Graffiti für viele darstellt, trifft dies sicherlich auf ihn besonders zu.

Auch wenn Ästhetik und Stil für ihn mindestens genauso wichtig sind wie für andere Graffiti-Writer aus unserer Buchserie, das Gleichgewicht zu seinem anderen Leben – den Druck ablassen, sich für kurze Zeit auf einen anderen Planeten zu begeben – das erklärt was ihn antreibt, warum er bis heute nicht aufgehört hat und wahrscheinlich immer Züge und Wände beschreiben wird.

EKSITs Stil hat sich damals wie heute perfekt an die Umstände angepasst; Tempo und Geschwindigkeit spielen eine große Rolle und hatten schon früh einen erheblichen Einfluss auf seine Buchstaben. Das für dieses Buch verfügbare Material hätte Tausende von Seiten füllen können und wir haben es uns natürlich nicht leicht gemacht, dieses Buch zusammenzustellen, mit dem Ziel, einen so starken und interessanten Writer würdig und repräsentativ zusammenzufassen.

“Es gibt Tage, da sitzt man nichtsahnend an einem Bahnhof, irgendwo auf diesem schönen Planeten. Es riecht nach Pisse und zertretenen, nachglimmenden Zigaretten. Von der Seite wird man von einem Junkie angeschnorrt. Die Menschen um einen herum gucken genervt und leidlich hoffnungsvoll auf die sich verspätenden Ankunftszeiten der Bahnen. Es ist zugig. Getränkeautomaten versprechen ein wohligeres Gefühl nach Konsum ihrer Inhalte. Ein vages Versprechen. Alles ist wenig einladend. Auf einmal rollt ein buntes Eksit Panel ein. Man muss verschmitzt grinsen und freut sich, denn nach all den Jahren hat er es mal wieder getan, einen Zug mit seinem Pseudonym verschönert. Heutzutage hat man sich als Reisender mehr oder weniger an den Zugstationen, in denen man sich notgedrungen rumtreiben muss, um von A nach B zu kommen, an alles gewöhnt. Ein Piece des frechen Düsseldorfers hellt da oftmals die Laune auf. Und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit 1997.

Natürlich hat er nicht erst in diesem Jahr mit dem üblichen Rumkritzeln als junger Teenager angefangen, das geschah schon einige Jahre zuvor. Die ersten Credits holte er sich wie die meisten beim Taggen in der Nachbarschaft, auf dem Weg zur Schule, danach an der Zugstrecke usw. Im Todesjahr von Prinzessin Diana bemalte er dann seinen ersten Zug und war von einem Virus ergriffen, der ihn bis heute nicht losließ. Sein Steckenpferd ist und bleibt Trainbombing. Meist leserlich, aber immer mit einer sehr eigenen Stilnote. Nach geraumer Zeit war kein lokales Yard, geschweige denn eines in Europa sicher vor seinen Farbattacken. Und es lockte ihn auch weiter hinaus in die Welt. New York war neben Südafrika eines seiner Karrierehighlights.” (Mark Todt)

Dieser Titel enthält über 550 sorgfältig ausgewählte Fotos aus seinen privaten Blackbooks, neben den Fotos teilt EKSIT seine Gedanken mit uns, kombiniert mit Gastbeiträgen von Journalisten, Freunden und Wegbegleitern wie MARK TODT, AGIT, FUME, LEEDS, ROY, MICKEY, JAKE, UNIT oder OPAK.

BLACKBOOK 04: EKSIT
Edition: Regular (500Stk), Limited (250Stk, signiert/nummeriert/2 Fotodrucke)
128 Seiten,  29,7 x 21 cm,
CABRA hardcover with silver highlight
Sprache: Englisch
Verlag: RED TOWER Publishing 
ISBN: 978-3-9825457-4-5

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